Rückblick auf die 100 Jahr Feier zum Bestehen der Schützenhalle - Schützenbruderschaft Ostwig

Zeit bis zum nächsten Schützenfest vom 06.06.2020 - 08.06.2020
St. Antonius Schützenbruderschaft 1873 e.V. Ostwig
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Rückblick auf die 100 Jahr Feier zum Bestehen der Schützenhalle

Rund um die Schützenhalle
          
1912-2012      100 Jahre Schützenhalle in Ostwig
23.9.2012 - "Ein lebendiges Jubiläum" hatten wir angekündigt – die Schützenhalle wird 100 Jahre, ein Festtag ohne Reden!
Nach einer Begrüßung und einem Frühschoppen mit der Caller Musik wurde die Ausstellung vom König und Vizekönig eröffnet.
Von der Resonanz waren wir überwältigt! Wir boten den Ostwigern die Möglichkeit, noch zwei weiterer Sonntage lang die Ausstellung mit vielen Bildern, Videos, Asservaten, Dokumenten, Plänen, Zeichnungen, alten Schützenfestfilmen, Gewehren und Orden und allen Fahnen noch einmal aus nächster Nähe zu bestaunen.

Männer machen Geschichte, Gebäude erzählen Geschichten.

Das Motto hieß "Was unsere Schützenhalle in 100 Jahren erlebt hat". Und da kam viel zusammen! In vielen kleinen Gruppen wurden die unterschiedlichsten Themen rund um unsere Schützenhalle aufbereitet.
"Werd' ich zum Augenblicke sagen, verweile doch, du bist so schön, dann magst du mich in Ketten schlagen..." heißt es in Goethes Faust.
Viele, viele unzählige Augenblicke sind in 100 Jahren fotografisch festgehalten worden. Anlass für endlose Erinnerungen und Gespräche: "Weißt Du noch damals...? Nein, das war so, ich war dabei...".

Die Erinnerung ist das Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.

Das Kopfkino brauchte nicht eingeschaltet zu werden:
Alle verfügbaren Königstänze – nonstop- am laufenden Band! Waren vorhanden. Unzählige Schützenfestfilme, die von V8 bis Blueray perfekt aufgearbeitet – von der Schnad über den Seniorennachmittag bis zum Kinderschützenfest (unschätzbare Dokumente Ostwiger-Schützen-Zeitgeschichte), die Chroniken und Festschriften in überdimensionaler Größe mittels digitaler Bilder auf Monitoren zum persönlichen Stöbern und Blättern.
Beim Betrachten dieser Überfülle an Material – wir konnten längst nicht alles zeigen – wurde mir noch einmal sehr deutlich bewusst, wie viel ehrenamtliche Arbeit, Kraft und Schweiß, Verzicht und Hingabe nötig waren, ein Gebäude und eine Schützenbruderschaft über einen so langen Zeitraum wachsen und gedeihen zu lassen.
Vielen Dank an alle Ostwiger, die noch bis dato "unveröffentliche Schätze"  daheim zu Tage gefördert haben – eine lange Perlenkette von diversen Ausstellungsgegenständen!
Wie viele Erinnerungen kamen hoch bei den Gästen, beim Rundgang durch die Ausstellung von der Kellnertheke über den Tanzboden bis zur Königsbühne und der virtuelle Höhepunkt im "Kino" im Antoniuskeller.
Alles, was wir Menschen erleben, was wir sehn, was wir hören, ist physiologisch betrachtet schon "Vergangenheit"! Wir leben der Wirklichkeit eigentlich streng genommen immer hinterher.
Alle Umweltreize: Licht, Ton, Tastgefühl benötigen Zeit, bis sie vom Ort des Geschehens unser Gehirn erreichen, im Mittel, bei allen Sinnesqualitäten etwa 1/3 Sekunde.
Und selbst das, was unser Gehirn erreicht – sei der Sinneskanal optisch, akkustisch oder taktil, die Reizleistung benötigt Zeit – ist noch vielfach ohne bewusstes Zutun gefiltert. (Beweis: unterschiedlicher Berichte von Zeitzeugen, die Gleiches erleben, jeder sieht und beobachtet anders!)
Wie wichtig wird dabei die Fotografie und in der jüngeren Vergangenheit der Film. Früher gab es im Leben eines Menschen ein paar Bilder: vielleicht Geburt, Einschulung, Kommunion, Hochzeit, Familie mit erwachsenen Kindern u.a.. Heute füllen Neugeborene schon ganze Dateien auf dem Rechner! Die Datenflut der Gegenwart und Zukunft wird wahrscheinlich nicht mehr so leicht zu händeln sein.
Uns plagen andere Sorgen: Was wir bräuchten, wäre ein Ortsarchiv aller Vereine für die Zukunft.
Die Bundesrepublik hat es gut: Nur Wenige von uns wissen, dass es einen sog. Barbarastollen gibt. Dieser Stollen, benannt nach der Schutzpatronin der Bergleute, im Breisgau nahe Freiburg gelegen, ist seit 1975 der Bergbauort Deutschlands zur Lagerung von fotografischen Dokumenten mit hoher national- und kulturhistorischer Bedeutung. Es ist das größte Behälterarchiv in Europa. In diesem Stollen wird das gesammte deutsche Kulturgut fachmännisch archiviert und gesichert.
Als das Kölner Stadtsarchiv einstürzte, konnte man sicher sein, dass große Teile dieses Archivs dort deponiert waren, der Schaden in Köln hiehlt sich so in Grenzen. Darauf können wir nicht zurückgreifen, daher haben wir zunächst einmal das Material abgeheftet und deponiert, vielleicht kann man in der Zukunft zentral für alle Ostwiger Vereine eine Lösung finden, damit man auch in 100 Jahren noch auf das gesammelte Material " 100 Jahre Schützenhalle 2012" zurückgreifen kann...
"Bei unseren Erlebnissen gleichen wir einem Film, der belichtet wird. Entwickelt wird in der Erinnerung"(Max Fritsch)
Herzlichen Dank an alle, die mitgeholfen haben, diesen Tag zu gestalten, aber auch an die vielen Ostwiger Besucher für ihr Interesse an unserer Schützenhalle und am Schützenwesen.
Dr. Paul Heinz Liese
Bilder zur 100 Jahr Feier

© St. Antonius Schützenbruderschaft 1873 e.V. Ostwig
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